Unser Informationsservice zum Thema
SCHMERZ
Wußten Sie schon, daß seit dem 1.4.2007
Nach einer Studie der
Weltgesundheitsorganisation gaben 30% der Befragten an, daß sie im
zurückliegenden Jahr mindestens sechs Monate lang "die meiste Zeit" unter einem
Schmerz
litten. Neben dem Leid der Betroffenen verursacht ein
chron
ischer Schmerz
enorme volkswirtschaftliche Kosten. Allein die schmerzbedingten Arbeitsausfälle
summieren sich in Deutschland innerhalb eines Jahres auf ca. 20 Milliarden
Euro.
Die Bundesregierung kommt in einer Studie zum Ergebnis, daß ein erheblicher Teil
der Patienten mit einem chronischen
Schmerz in
Deutschland bis heute nicht optimal gesundheitlich versorgt werden, obwohl
entsprechende medizinische Kenntnisse und Verfahren verfügbar sind.
Was ist Schmerz?
Die Definition der IASP (International Association for the Study of Pain) von 1986 lautet:
· Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potentiellen Gewebsschädigungen verknüpft ist oder mit Begriffen solcher Schädigungen beschrieben wird
Ohne Schmerz ist kein Leben vorstellbar. Der Schmerz hat primär die Aufgabe, unser Leben, unsere Gesundheit zu schützen. Ein Schmerz warnt uns vor einer Gefahr. Dabei kann es sich um schädigende Einwirkungen handeln die von außen kommen, aber auch in uns selbst entstehen können.
· Schmerz aufgrund "äußerer" Schädigungen: mechanische, chemische, thermische oder inhalative (= durch Einatmung hervorgerufene) Verletzungen
· Schmerz aufgrund "innerer" Schädigungen: Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Tumore, Krämpfe, Entstehung von krankhaften Stoffwechselprodukten
Leider gibt es aber auch einen Schmerz, der keine Warnfunktion (mehr) ausübt, er hat sich verselbständigt und ist so zu einer Schmerzkrankheit geworden.
Die Einstellung zum Schmerz und damit auch zur Schmerztherapie hat sich im Laufe der letzten Jahrhunderte entscheidend gewandelt. Während im Mittelalter das Ertragen von Schmerz oft als Nähe zum Schicksal Jesus Christi erlebt und vom Umfeld gewürdigt wurde und somit das Erdulden von Schmerz eine ehrenvolle und von Gott auferlegte Bürde war, änderte sich diese Ansicht im Rahmen der Aufklärung und der folgenden Jahrhunderte bis hin zur heutigen Einstellung, daß ein Schmerz, der über ein gewisses Maß hinausgeht und der vor allen Dingen einen gewissen zeitlichen Rahmen überschreitet, eine Art Fehlfunktion des menschlichen Nervensystems und damit eine zu korrigierende Krankheit darstellt.
In der modernen
Schmerztherapie
unterscheidet man den akuten Schmerz von chronischen
Schmerzerkrankungen.
Ein akuter Schmerz wird meist durch eine Gewebeschädigung
hervorgerufen und geht parallel zur Ausheilung des Gewebeschadens wieder zurück.
Er ist daher selbstbegrenzend und erfüllt meist eine sehr sinnvolle Warnfunktion
sowie edukatorische Funktionen
(= zwingen häufig in eine
bestimmte Schonhaltung, sie weisen auf die schädliche Wirkung toxischer Stoffe
hin etc.).
Die Behand
lung eines akuten Schmerzes, einschließlich der
postoperativen
Schmerztherapie,
stellt heute ein gut beherrschbares Problem dar, da die zur Verfügung stehenden
Analgetika
(=
Schmerzmedikamente)
in der Regel gut wirksam sind. Bei sehr starken Schmerzzuständen, wie
beispielsweise nach einer Operation, kommen häufig auch
Opioide
(= morphinähnliche
Schmerzmittel) erfolgreich zum
Einsatz.
Die eigentliche Herausforderung in der Sch
merztherapie
stellen hingegen ein
chron
ischer Schmerz
(= lang andauernder Schmerz) dar.
Die Behand
lung
eines chronischen Schmerzes wirft erhebliche diagnostische
(= Erkundung der
Schmerzursache), sozialmedizinische
(vor allem arbeitsmedizinische) und therapeutische Probleme auf. Ein
chron
ischer Schmerz
wird mit der Zeit zu einem zunehmend eigenständigen Krankheitsbild ("Schmerzkrankheit"),
das die körperlichen, seelischen und sozialen Fähigkeiten des Patienten
zunehmend einschränkt.
Beim chronischen Schmerz
kommt es häufiger zu einer Entkopplung des Schmerz
es von der Gewebsschädigung bzw. es gibt
keine nachweisbare primäre Gewebsschädigung (mehr).
Ein Beispiel hierfür ist ein persistierender (= anhaltender)
Schmerz nach einer „gelungenen“
Laminektomie
(= eine
Bandscheibenoperation),
d.h. ein
Postlaminektomie-Syndrom.
Als Beispiel für einen Schmerz
ohne ein entsprechendes somatisches
(= körperliches)
Korrelat sei hier die
somatoforme Schmerzstörung genannt. Neuere Daten weisen darauf hin, daß 12
Millionen Bundesbürger in ihrem Leben zumindest vorübergehend unter einer
somatoformen
Schmerzstörung
leiden!
Der Begriff der Schmerzs törung wurde im Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen, DSM-III (American Psychiatric Association - APA, 1980) erstmals verwendet. Was ein Schmerz ist, kann man sich vorstellen - was aber ist unter einer Schmerzstörung zu verstehen? Der Begriff Störung soll einen beobachtbaren Komplex von Symptomen (= Krankheitszeichen) oder Verhaltensauffälligkeiten anzeigen, der immer auf der individuellen und oft auch auf der zwischenmenschlich-sozialen Ebene mit Belastung und Beeinträchtigung von Funktionen verbunden ist.
Dominiert medizinisch ein unerklärbarer Schmerz das klinische Bild eines Patienten, so wird ihm innerhalb der Gruppe der Störungen seit 1980 ein eigener diagnostischer Status als Schmerzs törung eingeräumt. Die Bezeichnung somatoforme Schmerzstörungen dient als Oberbegriff für eine Gruppe von Personen, bei denen medizinisch unklare körperliche Symptome im Vordergrund der klinischen Symptomatik stehen. Neben der Schmerzs törung gehört beispielsweise auch die Hypochondrie zur Gruppe der somatoformen Störungen.
Aufgrund der komplexen Problematik beim chronischen Schmerz entstand zunehmend das Bedürfnis nach einer zusätzlichen Qualifikation zur Betreuung dieser chronischen Schmerz-Patienten. 1996 wurde von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ verabschiedet. Diese Zusatzqualifikation kann von patientenorientierten Fachärzten erworben werden und setzt eine 80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung sowie die hauptamtliche ganztägige Arbeit in einem Ausbildungszentrum für „Spezielle Schmerztherapie“ (Schmerzklinik) für mind. 1 Jahr voraus. Die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ wird erst nach einer mündlichen Prüfung seitens der Landesärztekammer vergeben.
Unser Chefarzt hat von der
Ärztekammer die volle Weiterbildungsermächtigung. Außerdem findet in Bad
Mergen theim zwei mal jährlich die
80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung statt. Nähere
Informationen dazu finden Sie hier:
www.schmerz
t
herapie-spezielle.de/weiterbildung-fortbildung-spezielle-schmerz
t
herapie/
(einfach anklicken)
Folgende Krankheitsbilder werden sinnvollerweise von Fachärzten mit Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerz therap ie“ behandelt/mitbehandelt:
Die „Spezielle Schmerz therap ie“ ist aufgrund der Beeinträchtigung sowohl körperlicher als auch seelischer und sozialer Fähigkeiten durch eine chronische Schmerzerkrankung auf multimodale Therapiekonzepte ausgelegt. Diese beinhalten u. a.:
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
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>08.04.2007</> kusB
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